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Maya oder Das Wunder des Lebens  
Maya oder Das Wunder des Lebens

von Jostein Gaarder
 
Vorgestellt von: Lacrimabilis (Slytherin)


Allgemeines zum Buch Maya oder Das Wunder des Lebens und dem Autor Jostein Gaarder

„Maya oder Das Wunder des Lebens“ stammt aus der Feder von Jostein Gaarder und ist ein Jugendroman, der sich hauptsächlich mit philosophischen Fragestellungen beschäftigt. Er ist meiner Meinung nach für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet, wobei es natürlich immer von den Interessen und der geistigen Reife eines Jeden abhängt, ob das Buch den Geschmack anspricht – wer sich nicht für Philosophie oder die philosophische Beschäftigung mit dem Thema „Leben“ interessiert, wird „Maya oder Das Wunder des Lebens“ nichts abgewinnen können. Das Buch ist für ein Jugendbuch recht komplex geschrieben, es wird also eine gute Beherrschung der deutschen Sprache vorausgesetzt.

Inhaltsbeschreibung zum Buch Maya oder Das Wunder des Lebens von Jostein Gaarder

Frank Andersen, Hauptfigur des Romans, ist ein norwegischer Evolutionsbiologe, der im Zuge einer Forschungsreise auf die von der „Außenwelt“ noch recht unberührte Fidschiinsel Taveuni kommt, wo er erforschen soll, inwiefern importierte Tiere oder Pflanzen das ökologische Gleichgewicht verändern. In seiner Kindheit hat er begriffen, wie endlich das Leben ist. Seither lässt ihn das Wissen, dass er sterben wird, nicht los. Er setzt die Dinge meist in einen etwas „weiteren“ Zusammenhang. Beispielsweise überlegt er häufig, wie sehr seine jetzige Existenz von einer Verkettung von Zufällen abhängt: Vor Millionen von Jahren wurde eine Amphibie in den Sümpfen der damaligen Welt geboren, ist gewachsen, hat Kinder bekommen, die wieder Kinder bekamen und sich mit jeder Generation ein Stück veränderten, bis er seine heutige Form hatte. Wäre nur ein einziges Glied der Kette gestorben, bevor es Nachwuchs gezeugt hätte, würde er, Frank Andersen, nicht leben. Auf Taveuni macht er Bekanntschaft mit José und Ana, einem spanischen Paar, mit dem Schriftsteller John Spooke und mit einigen anderen Pensionsgästen. In John Spooke erkennt Frank einen Menschen, von dem ebenfalls ein „unstillbarer Lebensdurst“, wie er es nennt, Besitz ergriffen hat und dem er auch als Einzigem von seiner verstorbenen Tochter erzählt. Auf Erkundungstouren der Insel trifft Frank das spanische Paar wieder. Er bemerkt, dass sie sich häufig auf spanisch Sätze oder Satzfetzen zuwerfen, die eine bezaubernde Wirkung auf den melancholischen und nachdenklichen Norweger haben, wie etwa dieser: „Es ist kein Wunder, dass der Schöpfer angeblich einen Schritt oder zwei zurückgetreten ist, nachdem er den Mann aus Lehm geformt und ihm Leben eingehaucht hatte. Das Überraschende daran war Adams fehlendes Erstaunen.“ Da den meisten Anwesenden in der Pension ein Interesse für Sinnfragen innewohnt, entstehen viele tiefgreifende Gespräche über die Entstehung und die Entwicklung des Lebens. Begriffe wie Evolution und natürliche Auslese tauchen auf (die Idee, dass nur derjenige überlebt, der sich am vorteilhaftesten entwickelt), aber auch die Vorstellung, die Evolution verlaufe zielgerichtet: Jedes Glied der Kette strebt zu einem bestimmten Ziel – beispielsweise dem Menschen. Demnach hätten die Kriechtiere der Urzeit nur existiert, damit jetzt Menschen auf der Erde leben können, oder die Menschen jetzt leben nur, damit irgendwann später eine andere Lebensform existieren kann. In der tropischen Atmosphäre der Fidschiinsel finden also tiefgründige Gespräche statt, doch das ist nicht alles. In einem gigantischen Brief erzählt Frank seiner Ex-Frau Vera die Ereignisse auf Taveuni. Er erzählt von der Natur der Insel und von dem Geheimnis, das Ana und José zu umgeben scheint.

Die Meinung von Lacrimabilis (Slytherin) zu Maya oder Das Wunder des Lebens von Jostein Gaarder

„Maya oder Das Wunder des Lebens“ ist ein typisches Jostein Gaarder-Buch: Es ist sprachlich sehr gut geschrieben, gibt interessante Denkanstöße und verleitet zu eigenen Überlegungen. Es ist ein Taumel aus Wirklichkeit und Buch – wie schon in „Sofies Welt“ findet man in „Maya oder Das Wunder des Lebens“ eine Geschichte in der Geschichte, ein Buch im Buch; meist ist nicht klar, was gerade Rahmenhandlung und was Binnenhandlung ist. Gemäß dem von John Spooke geäußerten Satz: „Wer das Schicksal durchschauen will, muss es überleben“ muss man das Buch gelesen haben, um es zu verstehen. Die Struktur ist so komplex, dass sich dem Leser erst im Nachhinein die eigentliche Handlung erschließt. Die seltsamen Sätze, die Ana und José äußern, sind am Ende des Buches in einem „Manifest“ zusammengefasst und üben auf mich einen seltsamen Reiz aus, da sie den Blickwinkel auf das Universum erweitern und universelle Wahrheiten zu beinhalten scheinen. Gleichzeitig besteht eine Vernetzung mit anderen Büchern Gaarders. Es kommt eine Figur vor, die auch in „Das Kartengeheimnis“ eine Rolle spielt, was ebenfalls typisch für Gaarders Bücher ist. All das macht „Maya oder Das Wunder des Lebens“ zu einem niveauvollen Jugendbuch, das allerdings nichts „für zwischendurch“ ist, sondern, dass aufmerksam gelesen werden sollte.

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